Werk Beschreibungen

Werkbeschreibung – ITHAKA 1
Öl auf Leinwand, 60 × 80 cm, 2024
ITHAKA 1 ist Teil einer Werkserie, in der ich Erinnerung, Identität und innere Bildwelten erforsche. Das Gemälde verbindet menschliche Figuren, Tiere und Objekte zu einer vielschichtigen Komposition, in der autobiografische, mythologische und kulturelle Bezüge miteinander verschmelzen. Die zentrale Frauenfigur bildet den emotionalen Mittelpunkt des Bildes. Um sie herum erscheinen ein Krokodil, ein Lamm, Vögel, eine Puppe, Bücher und weitere Fragmente, die keine lineare Erzählung bilden, sondern einen offenen Assoziationsraum schaffen.
Der Titel „ITHAKA“ bezieht sich auf die griechische Mythologie. Ithaka ist die Heimat des Odysseus und zugleich das Ziel seiner langen Irrfahrt nach dem Trojanischen Krieg. In Homers Odyssee steht Ithaka nicht nur für einen geografischen Ort, sondern für die Suche nach Identität, Zugehörigkeit und innerer Reife. Entscheidend ist dabei nicht allein die Ankunft, sondern der Weg selbst mit seinen Prüfungen, Begegnungen und Wandlungen. Diese Vorstellung bildet den gedanklichen Ausgangspunkt meiner Arbeit.
Die einzelnen Bildelemente lassen sich als Stationen einer inneren Reise verstehen. Das Krokodil verkörpert archaische Instinkte, Erinnerung und verborgene Kräfte. Das Lamm steht für Verletzlichkeit, Unschuld und Mitgefühl. Die Vögel symbolisieren Übergang, Freiheit und Veränderung. Bücher und Objekte verweisen auf kulturelles Gedächtnis, Wissen und persönliche Geschichte. Gemeinsam bilden sie ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Imagination.
Malerisch arbeite ich mit lasierenden und pastosen Farbschichten, um eine dichte, atmosphärische Oberfläche zu erzeugen. Die präzise Ausarbeitung einzelner Motive steht im Kontrast zu offenen, malerischen Partien. Dadurch entsteht ein Bildraum, der nicht auf eine eindeutige Interpretation festgelegt ist, sondern unterschiedliche Lesarten zulässt.
Mit ITHAKA 1 möchte ich den Weg als Metapher für das menschliche Leben begreifen – als einen Prozess der Erinnerung, der Veränderung und der Suche nach dem eigenen Selbst. Wie Odysseus auf seiner Heimreise ist auch der Mensch ständig zwischen Herkunft und Zukunft, Verlust und Hoffnung, Wirklichkeit und Vorstellung unterwegs. Meine Malerei versteht sich als Einladung, diesen Weg im Bild immer wieder neu zu entdecken.

Kriemhild Traum
Öl auf Leinwand
Kriemhild Traum nimmt Bezug auf das Nibelungenlied, insbesondere auf den Traum Kriemhilds zu Beginn des Epos. Darin träumt sie von einem Falken, den sie liebevoll aufzieht und der von zwei Adlern zerrissen wird. Ihre Mutter Ute deutet den Traum als Vorzeichen: Der Falke steht für Kriemhilds zukünftigen Ehemann Siegfried, dessen gewaltsamer Tod ihr Schicksal und den weiteren Verlauf der Handlung bestimmt. Der Traum wird damit zur Metapher für Liebe, Verlust und die Unausweichlichkeit des Schicksals.
Meine Arbeit überträgt diesen mittelalterlichen Mythos in einen zeitgenössischen Bildraum. Die zentrale Frauenfigur verkörpert Kriemhild nicht als historische Person, sondern als universelle Figur zwischen Erinnerung, Sehnsucht und Vorahnung. Ihr nach innen gerichteter Blick verweist auf einen inneren Zustand des Träumens und der Reflexion.
Die Tiere im Bild besitzen eine symbolische Funktion. Der Vogel verweist auf den Falken aus dem Traum und steht für Freiheit, Hoffnung und Verletzlichkeit. Das Reptil im Hintergrund verkörpert archaische Kräfte, Instinkt und das Unbewusste. Die beiden kleineren Figuren erweitern den mythologischen Stoff um eine gegenwärtige Ebene. Der Ritter erinnert an die Welt der Nibelungen, während die Person mit dem Smartphone die Gegenwart repräsentiert. Vergangenheit und Gegenwart existieren gleichzeitig und machen sichtbar, dass die grundlegenden menschlichen Themen – Liebe, Macht, Verrat, Verlust und Erinnerung – zeitlos sind.
Die Landschaft im unteren Bildbereich erscheint wie ein fragmentiertes Erinnerungsfeld. Architektur, Natur und Figuren verschmelzen zu einem offenen Bildraum, in dem Traum und Wirklichkeit nicht klar voneinander getrennt sind. Mich interessiert die Frage, wie Mythen auch heute noch unser Denken prägen und sich in neue gesellschaftliche Zusammenhänge übersetzen lassen.
Malerisch arbeite ich mit einer Verbindung aus realistischer Figuration und expressiver Farbigkeit. Leuchtende Rot-, Gold- und Grüntöne erzeugen eine emotionale Spannung zwischen Lebendigkeit und Melancholie. Die unterschiedlichen Maßstäbe der Figuren sowie die collageartige Komposition lösen den erzählerischen Raum auf und schaffen eine Bildwelt, die weniger eine Geschichte illustriert als einen psychischen Zustand sichtbar macht.
Mit Kriemhilds Traum verstehe ich den Mythos nicht als historische Erzählung, sondern als Metapher für die Zerbrechlichkeit menschlicher Hoffnungen und die Spannung zwischen persönlicher Freiheit und einem Schicksal, das sich dem Menschen oft entzieht. Das Bild lädt dazu ein, den mittelalterlichen Stoff als Spiegel heutiger Erfahrungen zu lesen und die Aktualität seiner Fragen neu zu entdecken.

Rebellion der Tiere
Acryl auf Leinwand, 100 × 150 cm, 2011
Rebellion der Tiere setzt sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier sowie mit Fragen nach Macht, Identität und gesellschaftlicher Ordnung auseinander. Im Zentrum der Komposition sitzt ein Waschbär in aufrechter, beinahe menschlicher Haltung. Mit seiner erhobenen Pfote scheint er eine Geste des Widerspruchs oder der Selbstbehauptung auszuführen. Er erscheint nicht als naturgetreues Tier, sondern als eigenständiges Subjekt mit Persönlichkeit und Bewusstsein.
Über ihm fliegt ein Vogel im Moment der Landung oder des Angriffs. Beide Figuren treten in einen stillen Dialog. Der kräftige rote Himmel verstärkt die Atmosphäre von Spannung und Veränderung. Hinter dem Waschbären erscheint sein Schatten, der größer und monumentaler wirkt als die Figur selbst. Der Schatten verweist auf das verborgene Potenzial des Tieres und auf jene Kräfte, die im Verborgenen wirken, aber gesellschaftliche Veränderungen auslösen können.
Der Titel Rebellion der Tiere ist nicht wörtlich zu verstehen. Er beschreibt keine Revolution der Tierwelt, sondern dient als Metapher für das Hinterfragen bestehender Machtverhältnisse. Die Tiere übernehmen Eigenschaften, die traditionell dem Menschen zugeschrieben werden: Selbstbewusstsein, Widerstand und die Fähigkeit, gesellschaftliche Rollen zu reflektieren. Dadurch wird der Mensch indirekt zum Gegenstand der Betrachtung.
Der Waschbär besitzt in diesem Zusammenhang eine besondere symbolische Bedeutung. Er gilt als intelligentes, anpassungsfähiges und neugieriges Tier, das sich neue Lebensräume erschließt. Im Bild wird er zum Sinnbild eines Außenseiters, der sich gegen festgelegte Grenzen behauptet. Der Vogel steht als Gegenpol für Freiheit, Perspektivwechsel und die Möglichkeit der Veränderung. Beide Figuren verkörpern unterschiedliche Strategien des Überlebens und der Selbstbestimmung.
Malerisch verbinde ich eine realistische Darstellung der Tiere mit einer surrealen Inszenierung des Raumes. Die intensive Farbigkeit, insbesondere die Dominanz der Rottöne, erzeugt eine emotionale Spannung zwischen Bedrohung und Hoffnung. Die klare Komposition und die Reduktion auf wenige Elemente lenken den Blick auf die symbolische Bedeutung der Figuren.
Mit Rebellion der Tiere möchte ich die Grenzen zwischen Mensch und Tier bewusst auflösen. Das Werk versteht die Tiere als Spiegel menschlichen Verhaltens und stellt Fragen nach Freiheit, Anpassung, Verantwortung und dem Zusammenleben aller Lebewesen. Die eigentliche Rebellion richtet sich nicht gegen den Menschen, sondern gegen starre Denkweisen und Hierarchien. Das Bild lädt dazu ein, die Beziehung zwischen Natur und Kultur neu zu betrachten und die Perspektive des vermeintlich Schwächeren einzunehmen.

Ideenskizze – Cyber Urban Berlin
Bleistift auf Papier, 2022
Diese Zeichnung untersucht das Spannungsfeld zwischen Mensch, Technologie und urbanem Leben. Im Zentrum befindet sich eine junge Frau, die über ein Virtual-Reality-Headset und zahlreiche Kabel mit einer technischen Infrastruktur verbunden ist. Die Maschine wirkt wie eine Erweiterung ihres Körpers und ihres Bewusstseins. Die Grenze zwischen Mensch und Computer beginnt sich aufzulösen.
Die Arbeit ist von der Atmosphäre Berlins geprägt – einer Stadt, die für digitale Innovation, Start-up-Kultur und technologische Experimente steht. Gleichzeitig thematisiert sie die Ambivalenz des digitalen Zeitalters. Vernetzung schafft neue Möglichkeiten der Kommunikation und Erkenntnis, kann aber ebenso Isolation, Kontrolle und Abhängigkeit hervorbringen.
Die dargestellten Geräte, Bildschirme und Leitungen bilden ein komplexes Netzwerk, das als Metapher für die Informationsgesellschaft gelesen werden kann. Die Protagonistin bewegt sich nicht mehr im physischen
Stadtraum, sondern in einer virtuellen Realität. Die Maschine wird zum Symbol einer neuen urbanen Existenz, in der Identität zunehmend durch digitale Systeme geprägt wird.
Mich interessiert die Frage, wie technologische Entwicklungen unser Selbstverständnis verändern. Die Zeichnung versteht Cyber-Technologie weder als Utopie noch als Dystopie, sondern als offenen Prozess, der neue Freiheiten ermöglicht und zugleich ethische Fragen nach Autonomie, Kontrolle und menschlicher Wahrnehmung aufwirft. Berlin dient dabei als Sinnbild einer Stadt, in der sich Zukunft, Technologie und kulturelle Vielfalt auf besondere Weise begegnen.
Die Arbeit versteht sich als Reflexion über den Menschen im digitalen Zeitalter – zwischen Realität und Virtualität, Freiheit und Abhängigkeit, Körper und Maschine.

Narzis und Abschied Acryl auf Leinwand
Narziss und Abschied
Acryl auf Leinwand, 180 × 100 cm
Lee Young Sik
Dieses Gemälde zeigt ein krokodilartiges Wesen mit geöffnetem Maul, das zwischen Leben und Stillstand zu schweben scheint. Ihm gegenüber liegt ein aufgebrochener Fischkörper, dessen Inneres sichtbar wird. Beide Körper befinden sich auf einer schmalen, hellen Fläche vor einem nahezu schwarzen Hintergrund. Das Licht hebt die organischen Strukturen hervor und verwandelt Haut, Schuppen und Fleisch in eine fast mineralische, irisierende Oberfläche.
Der Titel „Narziss und Abschied“ verweist auf den Mythos des Narziss, jedoch nicht als Erzählung von Eitelkeit, sondern als Bild der Begegnung mit dem eigenen Selbst. Das Krokodil erscheint zugleich als Jäger und als Spiegelbild seiner selbst. Der geöffnete Fisch wird nicht nur zur Beute, sondern zum Gegenüber – zu einem Körper, in dem sich Verletzlichkeit, Vergänglichkeit und Transformation offenbaren.
Die Arbeit versteht den Abschied nicht als Ende, sondern als Prozess der Verwandlung. Im Moment zwischen Fressen und Verstummen, zwischen Leben und Tod, löst sich die klare Trennung zwischen Subjekt und Objekt auf. Der Körper wird zum Ort des Übergangs, an dem Identität ihre festen Grenzen verliert.
Die schillernden Farbschichten verleihen den Tieren eine kostbare, fast perlmuttartige Erscheinung. Schönheit und Verfall existieren gleichzeitig. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Anziehung und Abstoßung, zwischen biologischer Realität und poetischer Imagination.
Diese Ambivalenz wurde auch von dem Fotografen und Kunstautor Peter Denkeler hervorgehoben. In seinem Essay „Lee Young Sik und das schöne Krokodil“ beschreibt er die Malerei als eine Verbindung von Schönheit und Schrecken. Das Krokodil erscheine nicht als bloßes Tier, sondern als Träger existenzieller Fragen, dessen schimmernde Oberfläche den Betrachter zunächst anzieht und erst anschließend die verborgene Dramatik offenbart. Er greift dabei Lee Young Siks Begriff einer „Ästhetik des Schreckens“ auf – einer Bildsprache, in der Schönheit und Bedrohung untrennbar miteinander verbunden sind.
Metapher
„Narziss und Abschied“ ist eine Metapher für den Augenblick, in dem das Ich seinem eigenen Spiegel begegnet und erkennt, dass Identität nur im Prozess von Verlust und Veränderung entsteht. Das Krokodil verschlingt nicht nur den Fisch – es begegnet seinem eigenen Inneren. Der Abschied gilt nicht dem Anderen, sondern dem Bild, das man von sich selbst festhalten möchte.
So wird das Gemälde zu einer Reflexion über Selbstwahrnehmung, Vergänglichkeit und die paradoxe Schönheit des Wandels. Es stellt die Frage, ob Selbsterkenntnis nicht immer auch bedeutet, sich von einer früheren Vorstellung des eigenen Ichs zu verabschieden.

Kriegstanz
Siebdruck auf Papier, 2021
Kriegstanz untersucht die Dynamik von Gewalt, Macht und Transformation. Im Zentrum der Arbeit verschmelzen die Skelette eines Vogels und einer Schlange zu einem hybriden Wesen. Die anatomischen Strukturen lösen sich aus ihrer natürlichen Ordnung und bilden einen kreisförmigen Körper, der gleichzeitig lebendig und zerstört erscheint. Die leuchtend rote Schlange durchzieht das schwarze Skelett wie ein pulsierender Energiefluss und erzeugt eine Spannung zwischen Leben und Tod.
Die Arbeit versteht Krieg nicht ausschließlich als militärischen Konflikt, sondern als universellen Zustand von Konkurrenz, Zerstörung und Erneuerung. Der Titel Kriegstanz verweist auf einen endlosen Kreislauf, in dem Angriff und Verteidigung, Geburt und Vergänglichkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Der Kreis der Körperform erinnert an eine sich ständig wiederholende Bewegung, aus der es kein eindeutiges Entkommen gibt.
Die Schlange besitzt in vielen Kulturen eine doppelte Symbolik. Sie steht einerseits für Gefahr und Verführung, andererseits für Erneuerung, da sie ihre Haut abstreift und sich ständig verwandelt. Der Vogel symbolisiert Freiheit, Geist und die Fähigkeit, Grenzen zu überwinden. In meiner Arbeit verlieren beide Tiere ihre eindeutige Identität und gehen eine neue, hybride Form ein. Diese Verschmelzung wird zur Metapher für den Widerspruch menschlicher Existenz: Leben entsteht aus Veränderung, doch jede Veränderung beinhaltet auch Verlust.
Die Entscheidung für den Siebdruck ist bewusst gewählt. Das Medium erlaubt eine präzise Reduktion auf Form, Linie und Kontrast. Die flächige Farbigkeit und die Wiederholbarkeit des Druckverfahrens verstärken den grafischen Charakter der Arbeit und erinnern zugleich an Zeichen, Embleme oder archaische Symbole. Dadurch bewegt sich das Bild zwischen zeitgenössischer Druckgrafik und mythologischer Bildsprache.
Kriegstanz ist keine Darstellung eines konkreten Krieges. Die Arbeit versteht sich vielmehr als Metapher für den permanenten Konflikt zwischen Zerstörung und Erneuerung, Instinkt und Vernunft sowie Leben und Tod. Mich interessiert der Moment, in dem Gegensätze nicht mehr getrennt existieren, sondern sich gegenseitig bedingen. Das Bild lädt dazu ein, Krieg nicht nur als historisches Ereignis, sondern als psychischen und gesellschaftlichen Zustand zu reflektieren.

Comicprojekt – ITHAKA
Malerei und Sequenz als narrative Metapher
Dieses Comicprojekt erweitert meine Malerei um eine sequenzielle Erzählform. Die einzelnen Bildausschnitte stammen aus dem Gemälde ITHAKA und werden durch kurze poetische Textfragmente miteinander verbunden. Mich interessiert dabei nicht die klassische Handlung eines Comics, sondern die Verbindung von Bild, Erinnerung und Sprache. Die Panels erzeugen einen inneren Rhythmus, in dem sich Bedeutung Schritt für Schritt entfaltet.
Die Textzeilen – „Fernweh, süße, seichte Wonne staunen dir wohl innewohnt“ und „Schön der Tagen hoher Sonne. Selig dort zum Himmel thront.“ – besitzen keinen beschreibenden Charakter. Sie wirken wie Erinnerungsfragmente oder Gedanken einer inneren Reise. Sprache und Bild bleiben bewusst offen und laden den Betrachter ein, eigene Bedeutungen zu entwickeln.
Die Figuren und Tiere fungieren als Metaphern. Das Krokodil steht für archaische Kräfte, Erinnerung und das Unbewusste. Das Lamm verweist auf Verletzlichkeit und Mitgefühl, während der Vogel Übergang, Freiheit und Hoffnung symbolisiert. Die weibliche Figur erscheint als Suchende, deren Blick zwischen Vergangenheit und Zukunft vermittelt. Zusammen bilden diese Elemente einen symbolischen Raum, in dem Identität und Erinnerung ständig neu ausgehandelt werden.
Der Bezug zur Odyssee bleibt erhalten. Ithaka ist für mich weniger ein geografischer Ort als eine Metapher für den Weg des Menschen. Die Comicstruktur unterstützt diesen Gedanken: Jedes Panel ist wie eine einzelne Station einer Reise. Erst durch die Abfolge entsteht eine neue Bedeutung. Die Erzählung entwickelt sich nicht linear, sondern über Assoziationen, ähnlich wie Erinnerungen oder Träume.
Mit der Verbindung von Malerei und Comic möchte ich die Grenzen zwischen den Medien auflösen. Die Bildsequenz eröffnet eine zusätzliche Zeitebene und erweitert den statischen Bildraum um Bewegung, Rhythmus und Narration. Der Comic wird dadurch nicht zur Illustration des Gemäldes, sondern zu einer eigenständigen Form der Reflexion über Mythologie, Erinnerung und die poetische Kraft der Bilder.
Metapher: Der Comic selbst wird zum Sinnbild der menschlichen Reise. Wie Odysseus bewegt sich auch der Betrachter von Bild zu Bild, ohne dass ein endgültiges Ziel erreicht wird. Entscheidend ist nicht die Ankunft, sondern der Prozess des Sehens, Erinnerns und Interpretierens. In diesem Sinne verstehe ich den Comic als Fortsetzung meiner malerischen Arbeit – als einen offenen Denkraum zwischen Bild, Sprache und Mythos.


Stadtskizzen – Rom
Bleistift auf Papier
Diese Stadtzeichnungen entstehen aus der unmittelbaren Beobachtung des öffentlichen Raums in Rom. Mich interessiert die Stadt nicht als architektonisches Motiv, sondern als lebendiger Organismus, in dem Menschen, Verkehr, Gebäude und Bewegungen ein komplexes Netzwerk bilden. Die Zeichnung dient dabei als Mittel des Sehens und Verstehens.
Die erste Arbeit zeigt eine erhöhte Perspektive auf eine Straßenszene. Durch die starke Tiefenwirkung und die diagonale Komposition entsteht der Eindruck einer Stadt, die sich ständig verändert. Gebäude, Fahrzeuge und Baustellen verdichten sich zu einem urbanen Geflecht. Die Figur auf dem Balkon beobachtet das Geschehen aus einer gewissen Distanz und vermittelt die Spannung zwischen individueller Wahrnehmung und dem unaufhörlichen Rhythmus der Großstadt.
Die zweite Zeichnung entstand an der Straßenbahnhaltestelle Roma Termini. Menschen unterschiedlicher Herkunft warten, sitzen oder fahren weiter. Die Straßenbahn wird zu einem Ort der Begegnung und des Übergangs. Sie verbindet verschiedene Lebensgeschichten, ohne dass sich diese dauerhaft kreuzen. Mich interessieren diese flüchtigen Momente des Alltags, in denen die Stadt ihre soziale Vielfalt sichtbar macht.
Beide Arbeiten verstehen die Stadt als Metapher. Rom erscheint nicht nur als geografischer Ort, sondern als Symbol für Erinnerung, Geschichte und Wandel. Die Straßen stehen für Lebenswege, Kreuzungen für Entscheidungen und öffentliche Plätze für Begegnung und Austausch. Architektur bildet dabei den Rahmen menschlicher Erfahrungen, während Bewegung zum Ausdruck des fortwährenden Wandels wird.
Zeichnerisch arbeite ich mit einer Mischung aus präziser Beobachtung und freier Verdichtung. Perspektive, Licht und Linienführung strukturieren den Raum, ohne die Spontaneität der Skizze zu verlieren. Das Zeichnen vor Ort erlaubt mir, Atmosphäre unmittelbar festzuhalten und den Rhythmus der Stadt in eine bildnerische Form zu übersetzen.
Für mich sind diese Stadtzeichnungen mehr als Reisedokumente. Sie untersuchen die Beziehung zwischen Mensch und urbanem Raum und zeigen, wie Städte unsere Wahrnehmung, unser Verhalten und unsere Erinnerungen prägen. Die Stadt wird zur Metapher des Lebens selbst – ein Ort permanenter Bewegung, zufälliger Begegnungen und ständiger Veränderung.
Der Tanz der Nichtigkeit
Mein neues Bild wird im Oktober 2026 in international
Art Fair „Carrousel Du Louvre in Paris“ präsentiert.

Der Tanz der Nichtigkeit
60cm x 80cm
Öl auf Leinwand
2026
( Artist Statement )
Es gibt zwei große Heldenepen in Europa. Ihre Wiege ist das mittelalterliche Europa. Dies sind *die Legende von König Artus* in England und *das Nibelungenlied* in Deutschland. Die Autorschaft beider Werke ist unbekannt.
Im Nibelungenlied treten zwei Helden auf: der unsterbliche Siegfried und der sterbliche Hagen. Hagen ermordete den unsterblichen Siegfried durch eine Intrige. Der Grund dafür war, dass Siegfrieds Vollkommenheit nicht mit dem mittelalterlichen Königreich vereinbar war. Siegfrieds Vollkommenheit – nämlich Sieg, Gold und Unsterblichkeit – war zu vollkommen. Mit anderen Worten: Siegfried selbst war ein Ideal, eine Utopie. Bedauerlicherweise passte Siegfrieds Vollkommenheit nicht in das Reich der gewöhnlichen Menschen. Da Siegfried zu vollkommen war, musste er an diesem Punkt beseitigt werden, so leid es ihm tut, dies sagen zu müssen. Dies ist der Grund, warum Hagen Siegfried ermordete.
Siegfried tötete den Drachen, das personifizierte Böse, und wurde zum Helden. Drachenblut bedeckte seinen Körper, und durch dieses magische Blut wurde er unsterblich. In diesem Augenblick fiel hinter ihm ein sehr kleines einzelnes Lindenblatt – eine Stelle, die vom Drachenblut unberührt geblieben war. Hagens Schwert stieß genau in diese Stelle.
Nun wartete die Rache Kriemhilds, Siegfrieds Braut, auf ihn. Hagen zog in die Schlacht und kämpfte den letzten Krieg seines Lebens in einer Burg ohne Ausweg. Im 21. Jahrhundert hallte das Wehklagen des Krieges wider. Kriegstänze ohne Ausgang. Das ist das Thema meiner Bilder, der Zyklus*Drachenblut*.
Zeichnen-Malen-Mix-Media-Workshop „Die Verwandlung der Natur“
Inselgalerie Hiddensee
Achtern Diek 22
18565 Hiddensee/ Vitte

„Statt die Natur eins zu eins abzumalen, nutzen wir sie als Sprungbrett für das Unterbewusste“
Workshop-Konzept: Die Verwandlung der Natur
3 Praktische Übungen für den Workshop
- Die Metamorphose (Verschmelzung)
Die Aufgabe: Wähle zwei gegensätzliche Objekte – zum Beispiel einen Stein und eine Wolke, oder eine Baumwurzel und ein menschliches Auge.
Die Umsetzung: Zeichne den Übergang so fließend, dass man nicht sieht, wo das eine aufhört und das andere anfängt. Der Stein wird weich, die Wolke bekommt eine harte Textur. - Levitation und Skalierung (Naturgesetze brechen)
Die Aufgabe: Nimm ein winziges Detail (z. B. einen Käfer oder ein Blatt) und male es gigantisch groß in die Landschaft.•Der Effekt: Das Blatt schwebt wie ein riesiges Raumschiff über dem Wald. Durch das Aufheben der Schwerkraft entsteht sofort eine surreale Atmosphäre. - Automatisches Zeichnen (Das „Gekritzel“)
Die Aufgabe: Betrachte eine komplexe Struktur in der Natur (z. B. das Geäst eines Busches). Schließe die Augen und versuche, die „Energie“ dieser Linien für zwei Minuten blind auf das Papier zu bringen.
Die Fortführung: Öffne die Augen und suche in dem Wirrwarr nach versteckten Formen – Gesichtern, Tieren oder Architekturen – und arbeite diese detailliert aus.



Anleitung für die Teilnehmenden
- Die realistische Basis: Such dir ein Motiv (z. B. einen alten Baum). Zeichne die Umrisse zunächst grob vor.
- Der „Surreale Bruch“: Füge ein Element hinzu, das absolut nicht dorthin gehört. Eine brennende Giraffe (à la Dalí), ein schwebendes Fenster mitten im Stamm oder Fische, die durch die Luft statt durch Wasser schwimmen.
- Licht aus dem Nichts: Nutze Lichtquellen, die keinen Ursprung haben. Lass das Gras von innen heraus leuchten oder male Schatten, die in die falsche Richtung fallen.
- Farb-Inversion: Benutze völlig unnatürliche Farben. Ein violetter Himmel und knallrote Blätter entfremden die Szenerie sofort.
Kursort:
Inselgalerie Hiddensee
Achtern Diek 22
18565 Hiddensee/ Vitte
Kontakt:
Fritzka Schäfer-Hamprecht
www.inselgalerie-hiddensee.de/kursangebot/
mail: fritzka@posteo.de
mobil: 0151 58580966
Kursinfos:
- Termin: Fr 11.09.2026 – So 13.09.2026
Die Kurszeiten sind jeweils am Vormittag 3 Stunden (9-12 Uhr), dann eine längere Pause und zum Spätnachmittag noch einmal 3 Stunden ( 17-20 Uhr). - Kursgebühr: 380 €
- Beachten Sie bitte auch die allgemeinen Kursinfos.
Kursleiter: Lee Young-Sik

Kursmaterial: Skizzenbücher A4, Aquarellpapier, Bleistifte alle Stärken, Aquarellfarbe, Tuschkasten, Fineliner, Edding ,Acrylfarbe, Pinsel, Leinwand, Schere, Collagemotiv.
Supernova Galerie Zwischenlicht Vernissage
Wir sagen Dank für die vielen Besucher unserer Vernissage.
Herzlichen Grüsse.
https://www.nachbarschaftshaus.de/ausstellungen/
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International Prize Poseidon


Ich fühle mich geehrt und freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich mit dem International Prize Poseidon Award ausgezeichnet wurde.
Diese prestigeträchtige Auszeichnung wird jährlich an Künstler aufgrund ihrer beruflichen künstlerischen Leistungen verliehen.
Die Künstler erhalten im Rahmen der Konferenz des Internationalen Poseidon Preises eine kostbare Poseidon-Trophäe, die von erfahrenen Florentiner Handwerkern handgefertigt wurde, sowie den offiziellen Preiskatalog.


Dazu wurden1Kunst-Edition Buch by Effetto Arte Editore publiziert, wo meine Kunstwerke zu sehen sind. „International Prize Poseidon“
Es ist eine Zusammenstellung der berühmten Meister der zeitgenössischen Kunst und enthält die Geschichte des Preises sowie mein Kunstwerk. Ich bin sehr dankbar für den Kunstpreis und das2 Kunst-Edition Buch.
Herzlichen Dank an Herrn Dr. Salvatore Russo ,Francesco Saverio Russo.
Zwischenlicht Supernova Galerie
SUPERNOVA ist ein Funken, geboren 2017, getragen von vier Künstlern.
Eine Galerie ohne Mauern, die wandelt, sich verwandelt und jeden Raum neu erfindet.
“Wir schaffen Orte des Staunens, wo Kunst sich mischt, Stimmen erklingen und Welten ineinander übergehen. Konzerte, Worte, Gesten – alles wird Teil des gleichen Atems. SUPERNOVA ist Bewegung, Gemeinsamkeit, ein Licht, das weiterwandert und sich in jedem Besucher neu entzündet.”
Herzlichen Einladung zur Gruppenausstellung.
Vernissage : 09.Februar . 2026
17 -19 Uhr.
Nachbarschaftshaus Urbanstrasse 21 | 10961 Berlin
Ausstellungsdauer : 3. Februar bis 23. März 2026



International Contemporary Art Fair Carrousel du Louvre in Paris 2025

In den letzten sechs Jahren wurde ich zur Pariser Kunstmesse Louvre Carrousel eingeladen, diesmal, um mein neues Gemälde „Gesang mit Axt-Elektra 2025“ auszustellen. Während der Veranstaltung 2025 war es in Paris entgegen den Nachrichten überraschend ruhig, und die Kunstmesse war ein großer Erfolg und zog die meisten Besucher an.
Es war echt wunderbare Kunst Messe Vernissage.
Hier gibt ein paar Impressionen.
David Hockney
ein Kleines Episode / Un petit episode
Als ich am 16. Oktober 2025 die Fondation Louis Vuitton in Paris besuchte, konnte ich die David-Hockney-Retrospektive mit über 400 Werken nicht sehen. Diese Retrospektive war bereits beendet. Vor ca. 20Jahren hatte ich eine David-Hockney Sonderausstellung in der Tate Britain in London gesehen. Schade, dass ich seine Pariser Retrospektive dieses Mal nicht sehen konnte. Ist David Hockney nicht ein Meister der Kunst des 21. Jahrhunderts?
Natürlich konnte ich am 18. Oktober die wahrhaft überaus künstlerische Gerhard-Richter-Ausstellung sehen. Ich habe sie auf meiner Website und in den sozialen Medien gepostet.
Zu meiner Überraschung entdeckte ich heute, dass David Hockney, ein Meister der Kunst des 21. Jahrhunderts, mein Instagram-Konto besucht und mir ein „Gefällt mir“ hinterlassen hatte. Dieses „Gefällt mir“ von David Hockney war eine wirklich ehrenvolle Geste, ein herrlicher Akzent, von einem Meister an mich, einen jüngeren Künstler. Ich spreche David Hockney meinen tiefsten Respekt aus.
Gerhard Richter Retrospektive. Fondation Louis Vuitton
Ich wollte die ambitionierte „Gerhard Richter“-Retrospektive in der Louis Vuitton Fondation besuchen, die vom renommierten Schweizer Kurator Dieter Schwarz kuratiert wird. Ich hatte das Glück, Dr. Schwarz, Kurator, Museumsdirektor, in Paris zu treffen.
Die Retrospektive des Malers Richter war eine bemerkenswerte künstlerische Symphonie, eine Hommage an seine übermenschlichen Malkünste und die Neuinterpretation seines Werks durch den exzellente Kurator Schwarz. Als Maler und Kunstdozent gebe ich beiden stehende Ovationen.
Von Onkel Rudi bis Pictorial Elegies.